Tramontana – die Wohltuende

Tramontana – die Wohltuende

Nach den Worten Ian Gibsons, des Autors der Biographie von Salvador Dali, zog der berühmte Künstler wegen der Tramontana von Figueres nach Barcelona um, weil er den Wind nicht mehr ertragen konnte. In Kroatien ist die Tramontana eine nördliche kalte Windströmung, die schönes Wetter ankündigt.  

 

Der Name stammt von dem lateinischen Wort transmontanus, was „über die Berge“ bedeutet. Die italienische Bedeutung des Wortes tramontana ist „Nordstern“. In Kroatien hat die lokale Bevölkerung den einen oder anderen Buchstaben im Namen abgeändert, was zu verschiedenen Versionen der Bezeichnung führte, wie etwa tramuntana, termuntana, trmuntana, trmuntona oder tarmuntona, doch der Name blieb erkennbar.

 

Die Tramontana bildet sich aus Luftmassen, die sich teilweise irgendwo in den Dolomiten in Italien abgekühlt haben, oder noch weiter im Norden, in den Gebirgszügen der Nachbarländer. Die Luftmassen bewegen mit ziemlicher Beschleunigung zur Adria hin und wissen manchmal mit Böen zu überraschen – mit verstärkten Windstößen, denn die Tramontana ähnelt doch dem richtigen Bora-Wind, nur weht sie direkt von Norden her und ist nicht so stürmisch und böig, wie es der Bora-Wind sein kann. Normalerweise kündigt sie ihre stärkere Schwester, die Bora, an, und man sagt oft, die Tramontana sei die vorbereitete Bora.

 

Im Sommer entsteht sie als vorübergehender und kurzzeitiger Wind, der gewöhnlich nach einem Tag abklingt, doch sie kann großen Wellenschlag verursachen, vor allem in weiterer Entfernung zur Küste. Diese Information ist besonders für Nautiker von Nutzen, denn als Ankerstellen sollte man nach Norden hin offene Buchten meiden.

 

Segler lieben diesen Wind, trotz der aufgewühlten See, denn er kann eine Geschwindigkeit von bis zu 25 Knoten entwickeln und bietet passionierten Seglern dann viel Spaß, weil er kräftig und beständig weht. Besonders beliebt ist er bei Surfern in der Preluk-Bucht, wo die Tramontana ein Paradies auf Erden geschaffen hat. Wegen des Naturphänomens, das erhöhte Temperaturunterschiede zwischen Land und Meer zur Folge hat, fegt dieser Fallwind durch die Bucht. In der Preluk-Bucht weht die Tramontana am stärksten zwischen fünf und sieben Uhr am Morgen, und so trifft man frühmorgens in der Kvarner-Bucht manchmal mehrere hundert Surfer an.