Süßwasserfische und Fischpaprikasch

Süßwasserfische und Fischpaprikasch

Karpfen und Forellen finden sich am häufigsten auf den Märkten Kroatiens, denn sie werden in vielen Fischzuchten gezüchtet. Aber informierte Kunden wissen, dass das Angebot viel breiter ist: Wels und Zwergwels (beliebt aus praktischen Gründen: er hat keine kleinen Gräten, sondern nur ein Rückgrat) bekommt man auf den kontinentalen Fischmärkten oft. Etwas seltener findet man die außerordentlich schmackhaften Zander und Hechte. Eine Seltenheit ist der Schlei, ein fettiger, aber sehr delikater Fisch. In jüngster Zeit wird auf dem Zagreber Markt Dolac eine günstige, aber sehr gut schmeckende geräucherte Brasse angeboten, sehr geeignet für geduldige Feinschmecker: Sie hat eine Menge kleiner Gräten. Aal lässt sich nicht züchten, aber er findet sich dennoch auf den Fischmärkten. Auch eine andere gastronomisch interessante Art lebt in den klaren kalten Flüssen, die Äsche, aber nach ihr muss man suchen, denn sie erscheint auf den Märkten fast nie.

 

Eintopf aus Süßwasserfisch, bekannt als Fischpaprikasch, gehört zu den größten slawonischen Spezialitäten, und man bekommt ihn auch in den Zagreber Restaurants, besonders an Freitagen. Für ein gutes Fischpaprikasch muss man möglichst viele Fischsorten haben. Er wird in einem Kessel über dem Feuer zubereitet. Sein Hauptgewürz ist gemahlene Paprika, süßer und scharfer. Die Ungarn sind in Kroatien bekannt für die Produktion von hervorragendem gemahlenem und gestoßenem roten Paprika, und so wird in der Gegend von Vukovar, besonders im Dorf Cakovci (nicht zu verwechseln mit der Stadt, die Cakovec heißt) süßer und scharfer Paprika welthöchster Qualität gezüchtet, getrocknet, zerkleinert und gemahlen.